Das erwachsenen- und berufspädagogische Selbstverständnis im Projekt be-online

Das Projekt be-online knüpft an neuere pädagogische Diskurse an, die ihren Ausgangspunkt bei den Lernenden und dem verstehenden Zugang zu den Lernenden nehmen. Die klassische Vermittlung von Inhalten und Lehrzielen tritt gegenüber dem Verstehen und der Beratung von individuellen Lernprozessen zurück. Verstehen erhält Vorrang vor der Vermittlung. Vermittlung wird eingebettet in ein professionelles Verstehen der Lernenden und als Lernberatung realisiert

be-online entwickelt ein Konzept zur Lernberatung in virtuellen Bildungsräumen. Dort werden Handlungssituationen reflektiert, die von den Teilnehmern/innen als schwierig erlebt wurden und in denen sie zukünftig handlungsfähiger sein möchten. Diese subjektive Befindlichkeit der Lernenden stellt den Ausgangspunkt des Bildungsprozesses dar, der über Gegenhorizonte verschiedenster Art rekonstruiert und multiperspektivisch erweitert wird. Ausgangspunkt des Bildungsprozesses sind also unbestimmte Situationen und nicht fertige Situationsinterpretationen und Lösungsvorschläge, die Lernende im Rahmen eines pädagogischen Defizitmodells zu übernehmen hätten. Bildungsprozesse können nach unserem Verständnis keine fertigen allgemeingültigen Lösungen anbieten und als Lehrstoff /vermitteln. In Bildungsräumen kann aber versucht werden, diese Handlungsproblematiken besser zu verstehen und neue Perspektiven darauf anzubieten. Beabsichtigt sind Selbstverständigungsprozesse, die Teilnehmern/innen helfen, die Situation zu erhellen, passende Fragen zu stellen und neue individuelle Handlungswege zu entwickeln.

Dem virtuellen Bildungsraum liegt ein erwachsenen- und berufspädagogisches Selbstverständnis zugrunde in Form von Annahmen